Fragen zu Motiva

1. Was ist der größte Nutzen des Systems? Für die Patienten? Für den Arzt?
Der Patient profitiert zweifach: Erstens wird seine Lebensqualität verbessert. Er ist in seiner gewohnten Umgebung zum Beispiel nicht an den rigiden Tagesablauf einer Krankenstation gebunden. Dieser „Wohlfühlfaktor“ unterstützt erfahrungsgemäß den Heilungsprozess. Laut einer Studie führt Telemedizin dazu, dass sich die durchschnittlichen Krankenhaus-Aufenthalte von Patienten um ein Viertel verkürzen und die Sterberate im Vergleich zu herkömmlicher Pflege um knapp ein Drittel sinkt.

Zweitens ist der Patient aber engmaschiger versorgt, sobald er das Krankenhaus verlassen hat. Er wird geschult im Umgang mit seiner Erkrankung, bekommt so ein besseres Verständnis für die Krankheit und übernimmt zugleich Verantwortung für die Einhaltung des Behandlungsplans. Diese wird zusätzlich noch vom Arzt überwacht. Für den Arzt liegt der Nutzen in einer besseren und rechtzeitigen sowie kontinuierlichen Information über den Gesundheitszustand seines Patienten.

2. Ist der Patient wirklich genauso gut wie im Krankenhaus versorgt? Wie sicher ist das System?
Das System bietet ein zusätzliches Sicherheitsnetz für den Patienten nach seinem Krankenhaus-Aufenthalt und es erlaubt ihm, in aller Ruhe in seiner gewohnten Umgebung zu bleiben und sich zu erholen. Motiva ist eine Erweiterung der bisherigen Behandlungsmöglichkeiten von chronisch Erkrankten, die Lösung ist aber kein Ersatz für eine medizinisch notwendige Behandlung im Krankenhaus. Zudem kann das System helfen, durch frühzeitiges Erkennen von Risiken weitere Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.

Motiva ist aber nicht als Notfallsystem gedacht, es gibt keine permanente Überwachung mit Sensoren. Vielmehr unterstützt Motiva die kontinuierliche Behandlung. Der betreuende Arzt bestimmt weiterhin, wie oft ein Arztbesuch notwendig ist.

3. Welche Geräte braucht der Patient, und ist deren Bedienung unkompliziert?
Neben dem eigenen Fernseher, der die Kommunikationsschnittstelle ist, braucht der Patient eine digitale Waage, ein Blutdruckmessgerät und eine so genannte Set Top Box sowie einige kleine Zusätzgeräte, die an die Box angeschlossen werden. Das macht ein Servicetechniker.

Die Patienten erhalten eine Fernbedienung, die so gestaltet ist, dass sie von Menschen jeden Alters einfach zu bedienen ist. Und vor ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus erklärt ihnen das medizinische Fachpersonal, wie sie mit den Geräten umgehen müssen.

4. Kommen Kosten auf die Patienten zu (set-top-box, Breitbandanschluss?)
Nein, alle erforderlichen Komponenten, einschließlich des Breitbandanschlusses werden über das Finanzierungsmodell abgedeckt.

5. Wie sicher sind die Patientendaten?
Das System hält alle gesetzlichen Datenschutz-Anforderungen ein. So werden zum Beispiel Daten nur verschlüsselt übertragen. Es ist genau geregelt, wer auf welche Daten zugreifen darf. Der zuständige Datenschutz muss das Gesamtsystem vorab freigeben. Der Patient behält die Kontrolle, denn er bestimmt mit einer freiwilligen Einwilligung, welche Ärzte auf seine Daten zugreifen dürfen.

6. Welche Einsparungen gibt es für das Gesundheitssystem? Wie sehen diese Einsparungen im Vergleich mit „traditionell“ betreuten Patienten aus?
Es geht zum jetzigen Zeitpunkt vor allem darum, die Qualität der Versorgung zu verbessern. Erst in zweiter Linie geht es dann um die Einsparungen. Alle bisherigen Studien haben aber Einsparungen festgestellt. Konkrete Angaben hängen aber von den konkreten Umständen ab, die leider überall anders sind. Zur Beantwortung der ökonomischen Fragen, speziell in Deutschland, laufen derzeit parallel noch Forschungsprojekte.

7. Bei welchen Erkrankungen kann Motiva noch eingesetzt werden?
Grundsätzlich eignet sich ein derartiges System, mit den entsprechenden technischen Anpassungen, für die Betreuung vieler chronischer Erkrankungen wie Schlaganfall, Bluthochdruck, Diabetes oder Asthma.

8. Welche weiteren Gesundheitsprojekte sind in T-City geplant?
Geplant ist derzeit etwa die Mobile Visite auf Telemedizin-Basis. Damit können chronisch kranke Herz-, Diabetes- oder Asthma-Patienten in ihren eigenen vier Wänden betreut werden. Darüber hinaus soll es bald ein spezielles Angebot für Kinder mit Gewichtsproblemen geben sowie ein Diagnostikportal. Autorisierte Ärzte, das Einverständnis der Patienten vorausgesetzt, haben damit online Zugriff auf Patientendaten, was die Behandlung erheblich erleichtern wird. Ein weiterer Meilenstein ist die Televisite – also die virtuelle Sprechstunde per Videokonferenz.

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